Artikel 64
Beschränkungen der EigentumsübertragungNeue Regelung ohne Vorgänger in den geltenden Richtlinien.
1. Bereits bestehendes geistiges Eigentum, einschließlich Softwarekomponenten, Modellen, Methoden, Plattformen oder Systemen, die sich vor oder unabhängig von der Auftragsvergabe im Eigentum des Wirtschaftsteilnehmers befinden oder von ihm kontrolliert werden, bleibt Eigentum des Wirtschaftsteilnehmers und unterliegt keinen Verpflichtungen zur Eigentumsübertragung an den Auftraggeber.
2. Abweichend von Absatz 1 können Auftraggeber die Übertragung des Eigentums an bereits bestehenden Rechten des geistigen Eigentums verlangen, die für die Leistung, den Betrieb und die Wartung der Lösungen erforderlich sind, insbesondere in Fällen kritischer Infrastrukturen und wenn dies in verhältnismäßiger, transparenter und nichtdiskriminierender Weise in den Einzelheiten der Auftragsvergabe enthalten ist, ohne den Wettbewerb zu verzerren.
3. Bei Rechten des geistigen Eigentums, die im Zusammenhang mit der Ausführung eines öffentlichen Auftrags entstehen, geben die Auftraggeber in den Einzelheiten der Auftragsvergabe gegebenenfalls die Aufteilung dieser Rechte zwischen dem Auftraggeber und dem Wirtschaftsteilnehmer an.
4. Abweichend von Absatz 3 dieses Artikels behalten Wirtschaftsteilnehmer bei öffentlichen Aufträgen, die einem Innovationsverfahren gemäß den Artikeln 41 bis 45 unterliegen, das Eigentum an den Rechten des geistigen Eigentums, die während des Innovationsverfahrens oder bei der Ausführung des betreffenden öffentlichen Auftrags entstehen, es sei denn, dies ist durch zwingende Gründe des Allgemeininteresses gerechtfertigt, die in den Einzelheiten der Auftragsvergabe eindeutig angegeben sind. Solche zwingenden Gründe des Allgemeininteresses können unter anderem die Notwendigkeit betreffen, technologische Lock-in-Effekte zu verhindern oder die Sicherheit oder kritische öffentliche Dienste des Auftraggebers, eines Mitgliedstaats oder der Union, insbesondere in Bezug auf kritische Infrastrukturen, zu schützen.
Article 64
Limits to transfer of ownershipNew provision, with no predecessor in the current directives.
1. Any pre-existing intellectual property, including software components, models, methods, platforms, or systems owned or controlled by the economic operator prior to or independently of the procurement shall remain the property of the economic operator and shall not be subject to ownership transfer obligations to the public buyer.
2. By way of derogation from paragraph 1, public buyers may require the ownership transfer of pre-existing intellectual property rights that are necessary for the performance, operation, and maintenance of the solutions, in particular in cases of critical infrastructure and where this is included in the procurement detail in a proportionate, transparent and non-discriminatory manner without distorting competition.
3. For intellectual property rights arising in connection with the performance of a public contract, public buyers shall specify, where relevant, the allocation of those rights between the public buyer and the economic operator in the procurement detail.
4. By way of derogation from paragraph 3 of this Article for public contracts subject to an innovation procedure pursuant to Articles 41 to 45, economic operators shall retain ownership of the intellectual property rights arising during the innovation procedure or in the performance of the respective public contract, unless justified by overriding reasons of the public interest clearly stated in the procurement detail. Such overriding reasons of public interest may relate inter alia to the need to prevent technological lock-in, or to protect the security or critical public services of the public buyer, a Member State or the Union, in particular as regards critical infrastructure.