Vorschlag für eine Verordnung über öffentliche Aufträge und KonzessionenCOM(2026) 590

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Vorschlag COM(2026) 590 › Artikel 91: Gütezeichen
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Artikel 91

GütezeichenErsetzt: Richtlinie 2014/24/EU · Richtlinie 2014/25/EU

1. Beabsichtigen Auftraggeber, Lösungen mit spezifischen ökologischen, sozialen oder sonstigen Merkmalen zu erwerben, so können sie in den Spezifikationen, den Zuschlagskriterien oder den Bedingungen für die Auftragsausführung ein spezifisches Gütezeichen als Nachweis dafür verlangen, dass die Bauleistungen, Dienstleistungen und Produkte den erforderlichen Merkmalen entsprechen, sofern alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:

a) die Kennzeichnungsanforderungen betreffen nur Kriterien, die mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen und geeignet sind, die Merkmale der Lösungen zu definieren, die Gegenstand des Auftrags sind;

b) die Kennzeichnungsanforderungen beruhen auf objektiv überprüfbaren und nichtdiskriminierenden Kriterien;

c) die Gütezeichen werden in einem offenen und transparenten Verfahren festgelegt, an dem sich alle einschlägigen Interessenträger, einschließlich staatlicher Stellen, Verbraucher, Sozialpartner, Hersteller, Händler und Nichtregierungsorganisationen, beteiligen können;

d) die Gütezeichen sind für alle interessierten Parteien zugänglich;

e) die Anforderungen an das Gütezeichen werden von einem Dritten festgelegt, auf den der Wirtschaftsteilnehmer, der das Gütezeichen beantragt, keinen entscheidenden Einfluss ausüben kann.

Zusätzlich zu den in Unterabsatz 1 genannten Bedingungen und unbeschadet der Anforderungen anderer Rechtsvorschriften der Union gilt für Auftraggeber, die ein Umweltzeichen verlangen, das EU-Umweltzeichen, sofern die betreffenden Bauleistungen, Produkte oder Dienstleistungen unter die gemäß der Verordnung (EG) Nr. 66/2010 65 festgelegten Kriterien für das EU-Umweltzeichen fallen. Liegen für die beschafften Bauleistungen, Produkte oder Dienstleistungen keine Kriterien für die Vergabe des EU-Umweltzeichens vor, so ist das erforderliche Umweltzeichen ein von Dritten überprüftes Umweltzeichen auf der Grundlage einer Lebenszyklusperspektive gemäß Unterabsatz 1.

Verlangen Auftraggeber nicht, dass die Bauleistungen, Dienstleistungen und Produkte alle Kennzeichnungsanforderungen gemäß den Unterabsätzen 1 und 2 erfüllen, so geben sie an, welche Kennzeichnungsanforderungen erfüllt werden müssen.

2. Auftraggeber, die ein spezifisches Gütezeichen verlangen, akzeptieren alle anderen gleichwertigen Gütezeichen, die bestätigen, dass die Bauleistungen, Produkte oder Dienstleistungen die erforderlichen Merkmale erfüllen.

3. Weist ein Wirtschaftsteilnehmer nach, dass er aus Gründen, die sich seinem Einfluss entziehen, nicht die Möglichkeit hatte, das vom Auftraggeber angegebene spezifische Gütezeichen oder ein gleichwertiges Gütezeichen gemäß Absatz 2 innerhalb der einschlägigen Fristen zu erhalten, so akzeptiert der Auftraggeber andere geeignete Nachweise, zu denen auch ein technisches Dossier des Herstellers gehören kann, sofern der betreffende Wirtschaftsteilnehmer nachweist, dass die von ihm zu erbringenden Bauleistungen, Dienstleistungen oder Lieferungen die Anforderungen des spezifischen Gütezeichens oder die vom Auftraggeber angegebenen spezifischen Anforderungen erfüllen.

Erfüllt ein Gütezeichen die in Absatz 1 Buchstaben b, c, d und e genannten Bedingungen, enthält aber auch Anforderungen, die nicht mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen, so verlangen die Auftraggeber von dem Wirtschaftsteilnehmer nicht die Bereitstellung des Gütezeichens, sondern können die Spezifikationen unter Bezugnahme auf diejenigen der detaillierten Spezifikationen dieses Gütezeichens oder erforderlichenfalls Teile davon festlegen, die mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen und geeignet sind, die Merkmale dieses Auftragsgegenstands zu definieren.

65. Verordnung (EG) Nr. 66/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2009 über das EU-Umweltzeichen (ABl. L 27 vom 30.1.2010, S. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2010/66/oj).

Article 91

LabelsReplaces: Directive 2014/24/EU · Directive 2014/25/EU

1. Where public buyers intend to purchase solutions with specific environmental, social or other characteristics, they may, in the specifications, the award criteria or the conditions for the performance of contracts, require a specific label as proof that the works, services and products correspond to the required characteristics, provided that all of the following conditions are fulfilled:

(a) the label requirements only concern criteria which are linked to the subject-matter of the contract and are appropriate to define characteristics of the solutions that are the subject-matter of the contract;

(b) the label requirements are based on objectively verifiable and non-discriminatory criteria;

(c) the labels are established in an open and transparent procedure in which all relevant stakeholders, including government bodies, consumers, social partners, manufacturers, distributors and non-governmental organisations, may participate;

(d) the labels are accessible to all interested parties;

(e) the label requirements are set by a third party over which the economic operator applying for the label cannot exercise a decisive influence.

In addition to the conditions set out in the first subparagraph and without prejudice to requirements set out in other Union legislation, where public buyers require an ecolabel, the ecolabel shall be the EU Ecolabel, provided that the works, products or services in question are covered by EU Ecolabel criteria adopted pursuant to Regulation (EC) No 66/201065. In the absence of EU Ecolabel criteria for the purchased works, products or services, the required ecolabel shall be a third party-verified ecolabel based on a life-cycle perspective compliant with the first subparagraph.

Where public buyers do not require the works, services and products to meet all the label requirements set out in the first and second subparagraphs, they shall indicate which label requirements are to be met.

2. Public buyers that require a specific label shall accept all other equivalent labels that confirm that the works, products or services meet the required characteristics.

3. Where an economic operator demonstrates that it had no possibility of obtaining the specific label indicated by the public buyer or an equivalent label referred to in paragraph 2 within the relevant time limits for reasons beyond its control, the public buyer shall accept other appropriate means of proof, which may include a technical dossier from the manufacturer, provided that the economic operator concerned proves that the work, service or supply to be provided by it fulfil the requirements of the specific label or the specific requirements indicated by the public buyer.

Where a label fulfils the conditions set out in paragraph 1, points (b), (c), (d) and (e), but also sets out requirements not linked to the subject-matter of the contract, public buyers shall not require the economic operator to provide the label but may define the specifications by reference to those of the detailed specifications of that label, or, where necessary, parts thereof, that are linked to the subject-matter of the contract and are appropriate to define characteristics of that subject-matter.

65. Regulation (EC) No 66/2010 of the European Parliament and of the Council of 25 November 2009 on the EU Ecolabel (OJ L 27, 30.1.2010, p. 1, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2010/66/oj).

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