Vorschlag für eine Verordnung über öffentliche Aufträge und KonzessionenCOM(2026) 590

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Vorschlag COM(2026) 590 › Artikel 27: Eignungskriterien
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Artikel 27

EignungskriterienErsetzt: Richtlinie 2014/23/EU · Richtlinie 2014/24/EU · Abs. 2 Richtlinie 2014/25/EU

1. Entscheiden sich Auftraggeber für die Anwendung von Auswahlkriterien, so legen sie diese Kriterien im Einklang mit den Bedingungen dieses Artikels fest.

2. Die Auswahlkriterien dürfen sich nur auf Folgendes beziehen:

a) technische und berufliche Leistungsfähigkeit im Sinne der Absätze 4, 5 und 6;

b) die rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit im Sinne des Absatzes 7.

3. Auftraggeber beschränken alle Anforderungen auf diejenigen, die geeignet sind, sicherzustellen, dass ein Wirtschaftsteilnehmer über die rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Leistungsfähigkeit sowie die technische und berufliche Leistungsfähigkeit zur Ausführung des zu vergebenden Auftrags verfügt. Alle Anforderungen müssen mit der Komplexität des Auftragsgegenstands und den damit verbundenen Risiken in Zusammenhang stehen und in einem angemessenen Verhältnis dazu stehen.

4. Wenn dies durch den Auftragsgegenstand gerechtfertigt ist, können Auftraggeber von Wirtschaftsteilnehmern verlangen, in einem Berufs- oder Handelsregister des Landes eingetragen zu sein, in dem der Wirtschaftsteilnehmer seine Haupttätigkeit ausübt.

In Vergabeverfahren für Dienstleistungen kann der Auftraggeber, sofern Wirtschaftsteilnehmer über eine bestimmte Genehmigung verfügen oder Mitglied einer bestimmten Organisation sein müssen, um die betreffende Dienstleistung in ihrem Herkunftsland erbringen zu können, von ihnen den Nachweis verlangen, dass sie über eine solche Genehmigung oder Mitgliedschaft verfügen.

Bei einer von den zuständigen Stellen zertifizierten Eintragung in amtliche Verzeichnisse oder einer von der Zertifizierungsstelle ausgestellten Bescheinigung wird davon ausgegangen, dass die Anforderungen dieses Absatzes erfüllt sind.

5. Alle in den Auswahlkriterien enthaltenen Verweise auf Qualifikationen oder Qualifikationsniveaus müssen einen Verweis auf die Niveaus des Europäischen Qualifikationsrahmens gemäß Anhang II der Empfehlung des Rates vom 22. Mai 2017 42 enthalten.

6. Auftraggeber können Anforderungen festlegen, mit denen sichergestellt wird, dass die Wirtschaftsteilnehmer über die erforderlichen personellen und technischen Ressourcen und Erfahrungen verfügen, um den Auftrag in angemessener Qualität ausführen zu können.

Sofern dies nicht aufgrund der Komplexität des Auftrags oder der Art des Gegenstands gerechtfertigt ist, dürfen Auftraggeber keine vorherige Erfahrung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge als Voraussetzung für die Teilnahme am Vergabeverfahren verlangen.

Ein Auftraggeber kann davon ausgehen, dass ein Wirtschaftsteilnehmer nicht über die erforderlichen beruflichen Fähigkeiten verfügt, wenn

a) der Auftraggeber auf geeignete Weise festgestellt hat, dass der Wirtschaftsteilnehmer kollidierende Interessen hat, die sich negativ auf die Auftragsausführung auswirken können; oder

b) der Auftraggeber auf geeignete Weise davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass der Wirtschaftsteilnehmer ein Sicherheitsrisiko für einen Mitgliedstaat oder die Union insgesamt darstellt.

7. Auftraggeber können von den Wirtschaftsteilnehmern verlangen, dass sie eines der folgenden Kriterien erfüllen:

a) einen angemessenen Mindestjahresgesamtumsatz;

b) einen angemessenen Mindestumsatz in dem vom Auftrag abgedeckten Bereich zu erzielen;

c) Informationen über ihre Jahresabschlüsse, einschließlich des Verhältnisses zwischen Aktiva und Passiva, bereitzustellen;

d) über eine angemessene Berufshaftpflichtversicherung verfügen.

Die in Unterabsatz 1 genannten Mindestumsätze dürfen 50 % des geschätzten jährlichen Auftragswerts nicht überschreiten, außer in hinreichend begründeten Fällen, z. B. im Zusammenhang mit besonderen Risiken, die mit der Art der Bauleistungen, Dienstleistungen oder Lieferungen verbunden sind.

Der Auftraggeber gibt die Hauptgründe für eine solche Anforderung in den Einzelheiten zur Auftragsvergabe an.

Informationen aus dem Jahresabschluss dürfen nur berücksichtigt werden, wenn der Auftraggeber die Methoden und Kriterien für eine solche Berücksichtigung in den Einzelheiten der Auftragsvergabe festgelegt hat. Diese Methoden und Kriterien müssen transparent, objektiv und nichtdiskriminierend sein.

8. Informationen, die aus bestehenden nationalen Datenbanken, die von einer öffentlichen Stelle eingerichtet wurden, oder aus der Registrierung in amtlichen Listen oder Zertifizierungen ermittelt werden können, dürfen nicht ohne hinreichende Begründung in Frage gestellt werden.

42. Empfehlung des Rates vom 22. Mai 2017 über den Europäischen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen und zur Aufhebung der Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. April 2008 zur Einrichtung des Europäischen Qualifikationsrahmens für lebenslanges Lernen (ABl. C 189 vom 15.6.2017, S. 15).

Article 27

Selection criteriaReplaces: Directive 2014/23/EU · Directive 2014/24/EU · Para. 2 Directive 2014/25/EU

1. Where public buyers decide to make use of selection criteria, they shall lay down such criteria in accordance with the conditions in this Article.

2. Selection criteria shall only relate to:

(a) technical and professional ability within the meaning of paragraphs 4, 5 and 6;

(b) legal, economic and financial standing within the meaning of paragraph 7.

3. Public buyers shall limit any requirements to those that are appropriate to ensure that an economic operator has the legal, economic and financial capacities and the technical and professional abilities to perform the contract to be awarded. All requirements shall be related and proportionate to the complexity of and the risks associated with the subject-matter of the contract.

4. When justified by the subject-matter of the contract, public buyers may require economic operators to be enrolled in one of the professional or trade registers established in the country where the economic operator conducts its main activity.

In procurement procedures for services, insofar as economic operators are required to hold a particular authorisation or to be members of a particular organisation in order to be able to perform in their country of origin the service concerned, the public buyer may require them to prove that they hold such authorisation or membership.

Certified registration on official lists by the competent bodies or a certificate issued by the certification body shall constitute a presumption of compliance with regard to the requirements set out pursuant to this paragraph.

5. Any references to qualifications or qualification levels included in selection criteria shall mention the European Qualifications Framework levels set out in Annex II to Council Recommendation of 22 May 201742.

6. Public buyers may impose requirements ensuring that economic operators possess the necessary human and technical resources and experience to perform the contract to an appropriate quality standard.

Unless justified due to the complexity of the contract or the nature of the subject-matter, public buyers shall not require prior experience in public contracts as a condition for participation in the procurement procedure.

A public buyer may assume that an economic operator does not possess the required professional abilities where:

(a) the public buyer has established by appropriate means that the economic operator has conflicting interests which may negatively affect the performance of the contract; or

(b) the public buyer has been made aware by appropriate means that the economic operator presents a security concern for a Member State or the Union as a whole.

7. Public buyers may require economic operators to satisfy any of the following criteria:

(a) to have an appropriate minimum yearly overall turnover;

(b) to have an appropriate minimum turnover in the area covered by the contract;

(c) to provide information on their annual accounts, including on the ratios between assets and liabilities;

(d) to have an appropriate level of professional indemnity insurance.

The minimum turnovers referred to in the first subparagraph shall not exceed 50 % of the estimated annual contract value, except in duly justified cases such as relating to the special risks attached to the nature of the works, services or supplies.

The public buyer shall indicate the main reasons for such a requirement in the procurement detail.

Information from the annual accounts may be taken into consideration only where the public buyer has specified the methods and criteria for such consideration in the procurement detail. Such methods and criteria shall be transparent, objective and non-discriminatory.

8. Information that can be determined from existing national databases established by a public body, or from the registration on official lists or certifications shall not be questioned without sufficient justification.

42. Council recommendation of 22 May 2017 on the European Qualifications Framework for lifelong learning and repealing the recommendation of the European Parliament and of the Council of 23 April 2008 on the establishment of the European Qualifications Framework for lifelong learning (OJ C 189, 15.6.2017, p.15).

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