Vorschlag für eine Verordnung über öffentliche Aufträge und KonzessionenCOM(2026) 590

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Vorschlag COM(2026) 590 › Artikel 98: Zuschlagskriterien
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Artikel 98

ZuschlagskriterienErsetzt: Richtlinie 2014/23/EU · Richtlinie 2014/24/EU · Richtlinie 2014/25/EU

1. Auftraggeber vergeben den Auftrag an den Wirtschaftsteilnehmer, der das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

Zu diesem Zweck bewerten die Auftraggeber die eingegangenen Angebote nach der in Absatz 2 genannten Methode des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses und unter Anwendung von Zuschlagskriterien mit der Mindestgewichtung der Qualität gemäß Absatz 4, außer in den in Absatz 5 genannten Fällen.

2. Um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis zu ermitteln, bewerten die Auftraggeber die Angebote anhand eines Vergleichs ihres Preises und ihrer Qualität auf der Grundlage von Qualitätskriterien, die mit dem Auftragsgegenstand in Verbindung stehen. Die Kosten können auch bei der Ermittlung des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses berücksichtigt werden.

Qualitätskriterien beziehen sich auf alle Kriterien, anhand deren beurteilt wird, inwieweit ein Angebot positive, effiziente oder nachhaltige Ergebnisse in Bezug auf den Auftragsgegenstand vorschlägt.

Die Qualität des Angebots kann sich beispielsweise auf folgende Aspekte beziehen:

a) technischer Wert, Ästhetik, Zweckmäßigkeit, Zugänglichkeit, Konzeption für alle Nutzer und Produktionsmethoden;

b) umwelt- und klimabezogene Erwägungen gemäß Artikel 50, gegebenenfalls lebensmittelspezifische Erwägungen gemäß Artikel 53, soziale Erwägungen gemäß Artikel 55, Innovationsziele gemäß Artikel 59, Interessen der Sicherheit und der öffentlichen Sicherheit gemäß Artikel 66, Anforderungen an Resilienz und Versorgungssicherheit gemäß Artikel 69 oder Anforderungen an die europäische Präferenz, wenn ein Auftraggeber diese Anforderungen in Form einer Zuweisung von Vergabepunkten gemäß Artikel 73 Absatz 2 Buchstabe b anwendet;

c) Qualität des eingesetzten Personals, die sich erheblich auf das Niveau der Auftragsausführung auswirken kann, z. B. Organisation, Qualifikation und Erfahrung des mit der Auftragsausführung betrauten Personals;

d) Kundendienst und technische Hilfe, Lieferbedingungen wie Datum oder Zeitraum, zu dem die Lieferung erfolgen oder abgeschlossen werden soll.

Auftraggeber können auch einen Festpreis festlegen, auf dessen Grundlage die Wirtschaftsteilnehmer nur nach Qualitätskriterien miteinander konkurrieren.

3. Die Zuschlagskriterien müssen nichtdiskriminierend, verhältnismäßig, spezifisch, objektiv und messbar sein; sie werden in einem Verfahren bewertet, das ausreichende Garantien gegen Unregelmäßigkeiten enthält. Sie ermöglichen es dem Auftraggeber, die Stärken und Schwächen der angebotenen Waren, Dienstleistungen und Bauleistungen wirksam zu vergleichen, und dürfen nicht dazu führen, dass dem Auftraggeber uneingeschränkte Wahlfreiheit eingeräumt wird.

Auftraggeber geben in der öffentlichen Zusammenfassung des Wettbewerbs die Kriterien und deren relative Gewichtung an, die sie zur Bestimmung des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses gewählt haben.

4. Die Gewichtung der Qualitätskriterien muss mindestens 30 % der insgesamt vergebenen Punkte ausmachen.

Bei Aufträgen, deren Gegenstand arbeitsintensiv ist, muss die Gewichtung der Qualitätskriterien mindestens 50 % der insgesamt vergebenen Punkte ausmachen.

Wenden Auftraggeber gemäß Artikel 99 die Lebenszykluskostenrechnung an, so wird das Gewicht, das den Lebenszykluskosten beigemessen wird, auf den jeweiligen prozentualen Anteil angerechnet.

Wenden Auftraggeber spezifische Umweltkriterien für die Vergabe öffentlicher Aufträge an, die in den in Artikel 50 Absatz 4 Unterabsatz 2 genannten Rechtsvorschriften der Union, einschließlich der gemäß Artikel 54 erlassenen delegierten Rechtsakte, festgelegt sind, und beziehen sich diese Anforderungen auf Zuschlagskriterien, so wird die Gewichtung solcher Umwelterwägungen innerhalb der in diesem Absatz angegebenen Prozentsätze angerechnet. Die bloße Einhaltung von Verpflichtungen, die sich nicht auf die Zuschlagskriterien beziehen, ist kein Zuschlagskriterium.

5. Auftraggeber können von Absatz 1 Unterabsatz 2 und von Absatz 4 abweichen, wenn die Qualität der beschafften Produkte, Dienstleistungen oder Bauleistungen auf eine der folgenden Weisen gewährleistet werden kann:

a) Spezifikationen;

b) gegebenenfalls Bedingungen für die Auftragsausführung;

c) eine Kombination aus einem der folgenden Elemente: qualitätsorientierte Zuschlagskriterien, Spezifikationen und Bedingungen für die Auftragsausführung.

Auftraggeber geben in der öffentlichen Zusammenfassung des Wettbewerbs an, welche der in Unterabsatz 1 genannten Möglichkeiten diese Ausnahme rechtfertigt.

Article 98

Award criteriaReplaces: Directive 2014/23/EU · Directive 2014/24/EU · Directive 2014/25/EU

1. Public buyers shall award the contract to the economic operator that offers the best quality for money.

To that effect, public buyers shall evaluate the tenders received according to the best price-quality ratio method referred to in paragraph 2, and by applying award criteria with the minimum quality weighting in accordance with paragraph 4, except as provided for in paragraph 5.

2. To determine the best price-quality ratio, public buyers shall evaluate the tenders through a comparison of their price and quality, based on quality criteria linked to the subject-matter of the contract. Costs can also be taken into account when determining the best price-quality ratio.

Quality criteria shall refer to any criteria used to assess the degree to which a tender proposes beneficial, efficient or sustainable outcomes in relation to the subject-matter of the contract.

The quality of the tender may, for instance, relate to the following aspects:

(a) technical merit, aesthetic and functional characteristics, accessibility, design for all users, and production methods;

(b) environmental and climate-related considerations referred to in Article 50, food-specific considerations referred to in Article 53 where relevant, social considerations referred to in Article 55, innovation objectives referred to in Article 59, security and public safety interests as set out in Article 66, resilience and security of supply requirements as set out in Article 69, or European preference requirements where a public buyer applies those requirements in the form of an allocation of award points pursuant to Article 73(2), point (b);

(c) quality of the staff assigned that can significantly impact the level of performance of the contract, such as the organisation, qualification and experience of the staff assigned to performing the contract;

(d) after-sales service and technical assistance, delivery conditions such as date at which or period during which the delivery is to take place or to be completed.

Public buyers may also establish a fixed price on the basis of which economic operators are to compete on quality criteria only.

3. Award criteria shall be non-discriminatory, proportionate, specific, objective and measurable; they shall be evaluated in a process containing sufficient safeguards against irregularities. They shall allow the public buyer to effectively compare the strengths and weaknesses of the offered goods, services and works, and shall not have the effect of conferring an unrestricted freedom of choice on the public buyer.

Public buyers shall specify, in the public summary of competition, the criteria and their relative weighting chosen to determine the best price-quality ratio.

4. The weight of quality criteria shall represent at least 30 % of total points awarded.

For contracts where the subject-matter is labour-intensive, the weight of quality criteria shall represent at least 50 % of total points awarded.

Where, pursuant to Article 99, public buyers apply life-cycle costing, the weight given to life-cycle costs shall be counted within the respective percentage share.

Where public buyers apply environmental criteria specific for public procurement set in Union legislation as referred to in Article 50(4), second subparagraph, including delegated acts adopted pursuant to Article 54, and where those requirements relate to award criteria, the weight given to such environmental considerations shall count within percentages indicated in this paragraph. Mere compliance with obligations not relating to award criteria shall not be an award criterion.

5. Public buyers may derogate from paragraph 1, second subparagraph, and from paragraph 4, where the quality of the product, service or works procured can be ensured in any of the following ways:

(a) specifications;

(b) where relevant, conditions for the performance of contracts;

(c) a combination of any of the following: quality-based award criteria, specifications and conditions for the performance of contracts.

Public buyers shall indicate in the public summary of competition which of the ways set out in the first subparagraph justifies that derogation.

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